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Geschichtliches
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Festung

    1750 - 1851



  • 1751 Deichbruch bei der Bastion Holstein.

  • 1752 Die Regierungskanzlei bezieht das Wasmer-Palais, Königstraße 36. Gleichzeitig wird hier ein königliches Logis eingerichtet, in dem Mitglieder der königlichen Familie bei Aufenthalten in Glückstadt wohnen. Als das Schloß um 1700 unbenutzbar geworden war, nahm der Kanzler von Liliencron die Regierungskanzlei zunächst in seinem Hause Am Hafen 15/16 auf. Nach seinem Tode bezog sie das Palais Quasi non possidentes, Am Hafen 46 zur Miete.

  • 1756 Sturmflut: Rethöveldeich überspült, Hafendeich gebrochen, Gebäudeschäden, Gedenktafel rechts vom Kirchenportal.

  • 1767 Neubau der Synagoge auf dem Grundstück Königstraße 6.

  • 1782 Bau der katholischen Kirche an der Namenlosen Straße.

  • 1791 Sturmflut: Deichbruch am Rethövel.

  • 1801 Nach Angriff der Engländer auf Kopenhagen Verlegung einer Kanonenboot-Flottille nach Glückstadt.

  • 1806 Umwandlung der Holsteinischen Regierungskanzlei in Glückstadt zum Holsteinischen Obergericht.

  • 1807 Engländer bombardieren Kopenhagen, Wegnahme der dänischen Kriegsflotte, Kriegserklärung Dänemarks an England durch das Obergericht in Glückstadt als höchster intakter dänischer Behörde nach dem englischen Überfall, Bündnis Dänemarks mit Napoleon.

  • 1807-1814 Kanonenbootkrieg der in Glückstadt stationierten Flottille gegen die Engländer auf der Unterelbe und im Elbmündungsbereich, besonders erfolgreich die Leutnants Halling und Klaumann als Kommendanten und Divisionsführer.

  • 1813/14 Dezember/Januar Belagerung und Beschießung der Festung Glückstadt durch Schweden, Russen, Preußen, Hannoveraner, Engländer (Raketeneinsatz durch die Engländer: Congravesche Stockraketen, von den Glückstädtern "Steertpoggen" = Kaulquappen genannt).

  • 1814, 5.1. Kapitulation der Festung Glückstadt, dänische Besatzung rückt ab, Besetzung durch die Verbündeten.

  • 1814, 24.8. "Allg. Schulordnung f d. Herzogtümer Schleswig und Holstein.": Trennung der Stadtschule in Gelehrtenschule und Bürgerschule.

  • 1814-1816 Demolierung der Festungswerke und Schaffung der Grünanlagen auf dem ehemaligen Glacis.

  • 1819 Einrichtung des ehemaligen Gießhauses als neues Zuchthaus, auch als 2. Abteilung bezeichnet (1.Abt. Rethövel).

  • 1822 Gelehrtenschule am Kirchplatz erbaut. Einrichtung der Straßenbeleuchtung mit Tranlampen.

  • 1825,4./5. Schwere Sturmflut 5,25 m über NN, Grundbruch des Deiches auf dem Rethövel rechts neben dem Zuchthaus, zwei Häuser weggerissen, 24 Tote, Grönlandfahrer "Frau Anna" und drei kleinere Fahrzeuge bis ans Schwarzwasser geschleudert, Sturmflutmarke am Eckhaus Hafen/Fleth.

  • 1837 Kastell auf der Südermole abgebrochen.

  • 1845, 20.7. Eröffnung der "Glückstadt-Elmshorner Eisenbahn", dritte Eisenbahn Schleswig-Holsteins, Anschluß an "Christian VIII. Ostseebahn" von Altona nach Kiel, dadurch Verbindung der drei wichtigsten Städte Holsteins. Erster Bahnhof am Rhin, jetzt Betriebsgelände der Glückstädter Reinigungswerke.

  • 1846 Kopf der Nordermole als hölzerner Pfahlbau mit Eisabweisern und kleiner Leuchtturm errichtet.

  • 1848, 24.3. Glückstadt schließt sich der Schleswig-Holsteinischen Erhebung an: Postmeister Oberstleutnant a.D. Fabricius hält vom Rathausbalkon eine Rede an die Glückstädter Bevölkerung, Gelehrtenschüler malen den Soldaten der Hauptwache am Markt blaue Mittelpunkte in die weiß-roten dänischen Kokarden, das 17. Infanterie-Bataillon (bei der Heeresreform 1842 aus dem Königin-Leib-Regiment gebildet) tritt im Exerzierhaus an und wird von Fabricius zum Übertritt zur Schleswig-Holsteinischen Armee bewegt, die Mehrzahl der Offiziere will sich nicht anschließen und reist ab nach Hamburg, das Bataillon marschiert ab nach Rendsburg und wird als 4. Infanteriebataillon in die Schleswig-Holsteinische Armee eingegliedert. In Glückstadt wird die Burgerbewaffnung neu organisiert. Es wird eine ähnlich wie die Armee nach preußischem Vorbild uniformierte Bürgerwehr gebildet, Hauptaufgabe: Bewachung der Zuchthäuser nach Abmarsch des Militärs. Nach Einrichtung einer Küstenbatterie auf dem Schirmdeich neben der Nordermole stellt die Bürgerwehr die Hälfte der Bedienungsmannschaften. Im Provianthaus wird nach dem Sieg der Schleswig-Holsteiner am 5.4.1849 bei Eckernförde ein Kriegsgefangenenlager eingerichtet, in dem die gefangenen Besatzungen des vernichteten Linienschiffes "Christian VIII." und der eroberten Fregatte "Gefion" untergebracht werden.

  • 1849 Indienststellung des Kanonenbootes Nr. 7 der Schleswig-Holsteinischen Marine "Glückstadt", das hier auf der Schröderschen Werft gebaut worden ist.

  • 1848-1851 Während des Krieges liegen hier öfter S.-H. Truppenteile im Quartier.

  • 1850, November Rückzug der Westsee-Division der S.-H. Flotte nach Glückstadt, dabei Untergang des Kanonenbootes Nr. 8 "Nübbel" mit der ganzen Besatzung (45 Mann) im Sturm. Die Einheiten der Westsee-Division sollen den Winter über in Glückstadt aufliegen. Es bleibt hier ein Wachkommando von 25 Matrosen der Schleswig-Holsteinischen Marine.

  • 1851 Die Schleswig-Holsteiner geben auf. Armee und Marine werden aufgelöst, das gesamte Material wird an Dänemark ausgeliefert. Allerdings wird der Raddampfer "Kiel" nach Glückstadt gebracht und hier an die Deutsche Reichsmarine (Admiral Brommy) übergeben. Die Glückstädter Bürgerwehr wird aufgelöst: Ende der Bürgerbewaffnung.

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